* Messung des individuellen Stromverbrauchs, in dem die ¼-Stunden-Werte für den elektrischen Leistungsbezug aufgezeichnet und als Zeitreihe dargestellt werden. Für die Abrechnung ist die höchste im Jahr gemessene Leistung (¼-Stunden-Jahreshöchstleistung) massgebend.

** Die Grundlast ist die ständig benötigte Leistung zur Aufrechterhaltung der Bereitschaft von elektrischen Geräten.

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Persönliche Betreuung – auch bei der Energie!

Heimstätte Bärau

Auch der Heimbereich ist von energieintensiven Tätigkeiten geprägt: Für die Energierechnung fürs Kochen, Kühlen, Wäsche pflegen und Wasser erwärmen ist ein grosses Portemonnaie gefragt. Der gezielte Umgang mit Energie ist daher wichtig. Curaviva - Verband Heime und Institutionen Schweiz - setzt auf die Partnerschaft mit der BKW, um sich und ihre Mitglieder in Energiefragen fit zu machen.

Die Heimstätte Bärau im Emmental haben sich für die modulare Energieberatung 1to1 energy e-help als Testbetrieb zur Verfügung gestellt.
«Die komplette Heiminfrastruktur der Heimstätte Bärau umfasst 21 Gebäude. Für das Pilotprojekt haben wir uns auf sieben aussagekräftige Objekte konzentriert, um in nützlicher Frist das Energiesparpotenzial herauszufinden. Wir haben festgestellt, dass dank der fortgeschrittenen Automatisierung, der zum Teil neuen Haustechnik und guten Betriebsführung die von uns geprüfte Infrastruktur in einem sehr guten Zustand ist», kommentiert Hans Burkhalter, Energieberater der BKW, und fasst die Resultate zusammen: «Energieeinsparpotenziale haben wir vor allem in weiteren betrieblichen Optimierungen, der Reduktion der Leistungsbezüge, bei der Lüftungsanlage und Beleuchtung gefunden. Eine Schulung des Personals im effizienten Umgang mit der Energie ist eine weitere Empfehlung unsererseits.»

In Zahlen präsentieren sich die Resultate wie folgt: Das gesamte wirtschaftliche Einsparpotenzial liegt jährlich bei rund 152´000 kWh Strom, was einer Kosteneinsparung von etwa CHF 22´000 entspricht. Dazu sind einmalige Investitionen von schätzungsweise CHF 13´000 notwendig. «Hinter diesen Zahlen stecken viele Stunden Arbeit. Das Pilotprojekt ist abgeschlossen und wir haben die Optimierungsvorschläge schwarz auf weiss erhalten», kommentiert Lorenz Scheidegger vom technischen Dienst der Heimstätte.

Lageplan Heimstätte

Übersicht der Heimstätte Bärau, rot die analysierte Infrastruktur: Weidenhaus, Wohnheim Dreitannen, Verwaltung, Gastronomie, Ulmen-, Buchenhaus und Wäscherei (von unten links im Uhrzeigesinn).

Was brachte die Detailanalyse ans Licht?
Die Lastgangmessung* zeigt, wie für ein Wohn- und Betagtenheim erwartet, keine grossen Abweichungen am Lastverlauf zwischen den einzelnen Wochentagen. Dies ist auf einen geregelten Tagesablauf zu führen. Sie zeigt aber, dass der Grundlastverbrauch** mit 150 kW (65% des gesamten Stromverbrauchs) relativ hoch ist. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Tagsüber herrscht in einem Heim Vollbetrieb – Aufstehen, Kochen, Backen, Essen, Waschen, Verwaltung und weitere Aktivitäten. In der Nacht wird die sehr hohe Grundlast unter anderem durch den Betrieb der Kälteanlagen, Lüftungen, zentrale Heizungsanlage, Gangbeleuchtung und Stand-by-Betrieb diverser Geräte verursacht.

Ein Auszug aus den Optimierungsvorschlägen der BKW zeigt die breite Palette der Möglichkeiten, um Energie sparen zu können: 

  • Das bestehende Gebäude-Leitsystem: die Sollwerte und Schaltzeiten überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
  • Die konventionellen Vorschaltgeräte durch Bewegungsmelder ersetzen.
  • Spotleuchten durch LED- oder Minergie zertifizierte Leuchten ersetzen.
  • Die Beleuchtung mit einer tageslichtabhängigen Steuerung ergänzen.
  • Eine gegenseitige Verriegelung von Grossverbrauchern (z. B. Kombisteamer) programmieren.
  • Verluste durch Standby-Betrieb reduzieren: mit den Mitarbeitenden hinterfragen, welche Geräte werden wann nicht gebraucht und diese dann auch abschalten (z. B. Bügelpresse, Gastro-Geräte etc.)
  • Anschluss des Wäscheturms an das Warmwassernetz.
  • Energiespartipps-Tafeln für das Kühlen und Gefrieren aufhängen, um das richtige Verhalten in diesem Bereich täglich vor Augen zu haben.
Daniel Auf der Maur, Lorenz Scheidegger, Urs Brand und Hans Bieri (v.l.n.r.) hören Peter Iten (BKW) bei der Präsentation der Resultate interessiert zu.

Daniel Auf der Maur, Lorenz Scheidegger, Urs Brand und Hans Bieri (v.l.n.r.) hören Peter Iten (BKW) bei der Präsentation der Resultate interessiert zu.

«Wir liefern unseren Kunden keine wissenschaftlichen Berichte, die sie nicht verstehen, sondern praxisnahe Optimierungsvorschläge, die sie je nach Möglichkeiten umsetzen können», kommentiert die Resultate Peter Iten, Leiter Energieberater der BKW.

Daniel Auf der Maur, Mitglied der Geschäftsleitung, freut sich über die Resultate: «Die Vielfalt der möglichen Optimierungen überrascht mich. Ich bin überzeugt, dass uns die Mitarbeiter helfen werden, Energie und damit Kosten zu sparen. Ich danke den BKW-Energiefachleuten für die professionelle Ausführung.» Urs Brand, Leiter Immobilien Heimstätte Bärau, ergänzt: «Ich weiss, wir sind schon heute gut unterwegs. Wir streben die Umsetzung der BKW-Empfehlungen an und werden diese unserer Geschäftsleitung vorstellen.» Und schliesst ab: «Wir sind an Vergleichswerten von anderen Heimen interessiert, damit wir gegenseitig von den Erkenntnissen profitieren können.» 


Heimstätte Bärau in Zahlen

  • Rund 460 Mitarbeitende (300 Stellen)
  • 311 Pflegebette
    • 46% der Heimbewohner sind Frauen
    • 54% der Heimbewohner sind Männer
  • 12 Wohnhäuser (grösstenteils nach Minergie Standard gebaut)
    9 Gebäude für weitere Infrastruktur/Dienstleistungen wie Bäckerei, Metzgerei, Schreinerei, Gärtnerei etc.
  • Wäscherei
    • neu gebaut, mit neuen Maschinen ausgestattet 
    • 230 Tonnen Wäsche/Jahr, davon ist 1/3 externe Wäsche
  • Küche
    • 500-600 Menu Einheiten am Mittag
    • 300 Menu Einheiten am Abend