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Chocolats Halba II

Damit dem Walzwerk nicht die Puste ausgeht!

Im Verlauf der Energieberatung erkannte Chocolats Halba, dass sie nicht nur den Antrieb als Einzelelement, sondern das ganze Feinwalzwerk analysieren wollen. Die Firma Bühler - Hersteller von Maschinen zur Schokoladenproduktion – ist in die Arbeiten mit einbezogen worden. Das Ziel war, eine effiziente Systemlösung zu entwickeln – ein Prototyp.

Was ist überhaupt der Motorcheck?

Motorcheck ist ein Modul der Energieberatung der BKW «1to1 energy e-help», das die elektrischen Antriebe unter die Lupe nimmt. Es läuft wie folgt ab:

1. Experten ermitteln mittels eines «Softwaretools für effiziente Antriebe» und anhand von betrieblichen Kenndaten, wie Umsatz, Stromverbrauch, Anzahl Mitarbeiter wie hoch das Potenzial zur Energieeinsparung bei den elektrischen Motoren ist.

2. Bei der Grobanalyse werden der Stromverbrauch und weitere betriebliche Daten analysiert. Eine Voraussetzung für konkrete Empfehlungen ist die sogenannte «Intelligente Motorenliste». Hier werden alle relevanten Motoren erfasst und anhand eines einfachen 1-2-3-Tests bewertet. Die Kriterien dieses Tests sind das Alter, die Nennleistung (kW) und Laufzeit (Stunden/Jahr). 

3. Bei der Feinanalyse werden bestimmte Motoren ausgemessen, um genauere Betriebswerte zu erheben. Der Kunde bekommt einen Überblick über die Massnahmen mit Terminplan, Kosten und Pay-back-Zeiten.
Der allerletzte Schritt ist die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen. Und hier geht unser Beispiel der Chocolat Halba mit dem zweiten Teil unseres Berichtes weiter. Den ersten Teil können Sie hier lesen.

Ein Prototyp wird umgesetzt !

In der Feinanalyse haben Messungen an 8 definierten Motoren der Gebäudetechnik folgende Resultate gebracht:
• 5 sind überdimensioniert - Leistung von 90 kW
• 2 haben noch keinen Frequenzumformer (FU)
• 7 sind ineffizient (Klasse: IE0 / IE1)
Die genaue Untersuchung an zwei Schokoladenwalzwerken mit je 90 kW Leistung haben ein beachtliches Potenzial gezeigt.
Diese Resultate haben aufgezeigt, dass etwas geändert werden muss. Die Anforderungen an das neue System waren klar definiert:
• unverändertes Produktionsvolumen (oder höher)
• minimaler Betriebsunterbruch beim Ersatz der Anlage
• keine Qualitätseinbusse
• keine zusätzliche Risiken
• Wartung und Unterhalt wie gehabt (oder vermindert)

Die Firma Bühler hat zusammen mit Topmotors diverse Varianten untersucht: Hydraulikmotor, Direktantrieb, 2 Antriebsmotoren, zentraler FU, etc. Die Empfehlung ist auf einen effizienten wassergekühlten Hauptmotor (was zusätzlich der Hygiene zu Gute kommt) der Klasse IE3 (mit einer verminderten Leistung ) gefallen. Für die Transmission wurde anstelle der Keilriemen ein Zahnriemen und der Einbau eines FU vorgeschlagen. Mit dieser Anpassung würde Chocolats Halba jährlich 13,4% der elektrischen Energie bei diesem Feinwalzwerk einsparen, was ca. 24.1 MWh und damit CHF 2´744 bedeutet. Manuel Höhener, R&D Manager Chocolate Processing bei Bühler AG, kommentiert die Empfehlung: «Wir haben die Risiken eines Prototyps abgeschätzt und beweisen nun, dass es die richtige Lösung für Chocolats Halba ist. Sollten wir doch scheitern, ist der Rückbau der Anlage innerhalb von 2 Tagen möglich.»

Chocolats Halba hat sich entschieden, ein Feinwalzwerk gemäss dieser Empfehlung im August 2010 umzurüsten. Dr. Anton von Weissenfluh, Leiter Chocolats Halba, zieht bei der Präsentation der Resultate das Fazit: «Dieses Projekt ist einzigartig und passt in die Coop-Nachhaltigkeitsstrategie. Je nach dem wie die Resultate ausfallen, ist eine Multiplizierung auf andere Produktionsbetriebe denkbar.»

Nach den Erfahrungen mit dem Prototyp und weiteren Messungen plant Chocolats Halba bei positiven Resultaten weitere vier Feinwalzwerke im 2011 umzurüsten. Gerne informieren wir Sie über die Resultate und das weitere Vorgehen zum geeigneten Zeitpunkt.