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Chocolats Halba

Fabriaktionshalle Chocolats Halba

«Die ersten Schritte sind getan.»

Chocolats Halba, die im Jahr 2004 mit Coop fusionierte, beschäftigt 230 Mitarbeitende. Sie produzieren jährlich rund 10‘000 Tonnen feinste Schokolade. Dazu braucht es viele Maschinen, die von leistungsstarken Motoren angetrieben werden. Als die «EnAW (Energie-Agentur der Wirtschaft)-Gruppe Produktion von Coop» im September 2008 einen Pilotbetrieb für den sogenannten «Motorcheck» gesucht hat, hat sich Chocolats Halba dafür zur Verfügung gestellt. Beim Motorcheck soll das Potential an Energieeinsparung bei den elektrischen Motoren ermittelt werden. Die Coop-Gruppe will diesen Check später auf weitere Betriebe multiplizieren.

An der Entwicklung des Motorchecks haben die BKW FMB Energie AG (BKW) zusammen mit Topmotors und S.A.F.E. (Schweizerische Agentur für Energieeffizienz) gearbeitet. Im ersten Schritt ermitteln die Experten anhand von wenigen betrieblichen Kenndaten, wie zum Beispiel Umsatz, Stromverbrauch, Anzahl Mitarbeiter, mittels eines Softwaretools für effiziente Antriebe (SOTEA), wie hoch das Potenzial zur Energieeinsparung bei den elektrischen Motoren ist.

 

Marcel Bigler, Leiter Engineering bei Chocolats Halba
Marcel Bigler, Leiter Engineering bei Chocolats Halba

Marcel Bigler kommentiert die ersten 
Schritte und Massnahmen:
«Mir war die Motoren-Effizienz-Thematik nicht bewusst. 
Erst die Sensibilisierung durch die Energie-
fachleute hat mir die Augen geöffnet. Bereits nach der ersten Vorbesprechung mit der BKW im Oktober 2008 habe ich die ersten Mass-
nahmen getroffen. Ich wusste, dass wir ein 
neues Walzwerk bestellen werden. Aufgrund 
der Inputs aus der ersten Motorcheck-Besprechung habe ich mich erkundigt, mit welchem Motor dieses Walzwerk angetrieben wird und habe die Bestellung geändert. Die Investition in einen effizienteren Motor (IE3), der 16 Stunden pro Tag läuft, hat uns «nur» zusätzliche 2´500 Franken gekostet. Eine sinnvolle Investition also, die wir seit Februar 2009 jeden Tag in unserer Produktionshalle vor Augen haben. Als eine weitere Massnahme haben wir neue Standards gesetzt und eine interne Regelung herausgegeben. Diese erlaubt bei Neuanschaffungen nur die effizienten Motoren. Die Regelung ist mittlerweile in den Köpfen von unseren Leuten verankert und auch die Lieferanten haben sie in ihrem Pflichtheft.»

Ein System ist die Lösung

Der zweite Schritt vom Motorcheck ist die Grobanalyse. Hier werden der Stromverbrauch und weitere betriebliche Daten analysiert. Eine Voraussetzung für konkrete Empfehlungen ist die sogenannte «Intelligente Motorenliste (ILI)». Hier werden alle relevanten Motoren erfasst und anhand eines einfachen 1-2-3-Tests bewertet. Die Kriterien dieses Tests sind:

  • das Alter 
  • die Nennleistung (kW) 
  • die Laufzeit (Stunden/Jahr).

Es wird zwischen «Motor rasch ersetzen», «Motor genauer überprüfen» und «keine Vorkehrungen nötig» unterschieden.

«Wir haben eine Zusammenstellung der Motoren aus der Sicht des Unterhalts gehabt und ergänzten sie aus der Energiesicht. Sie beinhaltet ca. 74 Motoren. Mit dem 1-2-3-Test haben wir sie nach Energieeinspar-Potenzial priorisiert. Wir wollen uns nun auf die «Motoren rasch ersetzen» und «genauer überprüfen» konzentrieren, um möglichst viel des vorhandenen Potenzials auszuschöpfen. Wir haben erkannt, dass man das Motoren-Thema etwas globaler angehen sollte und haben in dieses «Projekt» die Firma Bühler aus Uzwil einbezogen. Die Firma Bühler ist Hersteller von Maschinen und Anlagen zur Schokoladenproduktion und Kakao- & Nussverarbeitung. Sie sind an den Resultaten vom Motorcheck interessiert, um diese in ihre Entwicklungen einzubeziehen und damit effizientere Systemlösungen anzubieten.», beschreibt Marcel Bigler die Entwicklungen.

«Es ist eine edle Sache.»

Der letzte Schritt vom Motorcheck ist die Feinanalyse. Hier wird eine bestimmte Anzahl der Motoren ausgemessen, um genauere Betriebswerte zu erheben. Der Kunde bekommt zum Schluss einen Investitionsplan mit einem Überblick über die Massnahmen mit Terminplan, Kosten und Pay-back-Zeiten. Der allerletzte Schritt ist die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen. Diesen Schritt muss jeder Kunde für sich entscheiden.

Das Schlusswort gehört Marcel Bigler: «Ich bin froh, dass wir diesen Prozess in Gang gesetzt und das Bewusstsein für die Thematik bei uns geschärft haben. Es ist eine noble und edle Sache. Nun warten wir die Ausmessungen ab und werden die Daten der «älteren» und der «effizienteren» Motoren vergleichen und entsprechende Massnahmen umsetzen. Die Sofortmassnahmen haben wir getroffen. Über weitere Massnahmen, konkrete Einsparpotenziale und deren Umsetzung informiere ich sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt.»

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