Klinik Lindberg, Winterthur

Fachgebiete:
Radiologie/Röntgen*
Anästhesie
Chirurgie
Gynäkologie
Kardiologie
Labor*
Physiotherapie*
* = Fremdvermietet
Spezialgebiete:
Schmerzzentrum
Übergewicht Therapie/Chirurgie
Osteoporosezentrum
Urologie
Spezielles Belegungssystem für Ärzte


- Betreuung durch Energieagentur der Wirtschaft

- CO2-zertifiziert


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Klinik Lindberg

Auch in einer Klinik ist das Stromsparen angesagt.

Eine Klinik besteht aus stromintensiven Abteilungen wie der Chirurgie, Kardiologie oder dem Notfall. So auch die Privatklinik Lindberg in Winterthur. Für sie ist die Höhe des Strombedarfs aber keine unbeeinflussbare Tatsache. Die Klinik Lindberg will den Stromverbrauch – und damit ihre Stromkosten – reduzieren. Unsere Energieberater unterstützten sie bei diesem Vorhaben.

Die Aufgabenstellung war also einfach: Strom sparen. Dieses Vorhaben umzusetzen, war aber nicht ganz so einfach, denn die Grundanalyse hat folgende Tatsachen zu Tage geführt:
• seit 2006 verfolgt die Klinik eine neue Strategie mit dem Schwerpunkt Adipositas (Übergewicht). Dafür notwendig waren:
- umfassende bauliche Massnahmen: pro Bauetappe waren div. Fachleute involviert
- Verdoppelung der Mitarbeiterzahl
- Vergrösserung des Maschinenparks: von diversen Geräteherstellern und Lieferanten 

• div. Abteilungen werden an Fremde vermietet, deren Strom-Bezugsverhalten man nicht beeinflussen kann

Diese Resultate zeigten uns, wo Optimierungsbedarf existiert. Auch Herr Gerd Gruber, Leiter technischer Dienst Klinik Lindberg, bestätigt: «Ich bin erst seit kurzer Zeit in der Klinik tätig, habe aber schnell gemerkt, dass man vieles optimieren kann. Bei den diversen Bauphasen waren verschiedene Baufirmen und Lieferanten beteiligt, es wurde aber nicht genügend koordiniert. Mit dem Hausbesitzer streben wir nun eine gesamtheitliche Vernetzung der Anlagen an – ein modernes Haus.»

Auch die Tatsache, dass mehrere Räumlichkeiten an Externe vermietet werden, lässt den Stromverbrauch steigen. «Im fixen Mietpreis sind die Stromkosten bereits inbegriffen. Dadurch haben die Mieter keinen Anreiz zu einem effizienteren Umgang mit Strom», erklärt Gerd Gruber. Doch nicht nur bei den externen Mietern sind die Hebel anzusetzen. Eine Mitarbeiter-Schulung über den effizienten Umgang mit Strom kann einiges bewirken. Hierzu liefern die Energiespartipps-Tafeln der BKW hilfreiche Tipps.

Erklärung Leistungsspitze

Die Lastganganalyse zeigte, wie für eine Klinik typisch, keine grossen Abweichungen am Lastverlauf zwischen den Arbeitstagen und den Wochenenden. Ebenso war auch praktisch kein Unterschied zwischen dem Winter- und Sommerbetrieb festzustellen.

Die Detailberatung brachte ein jährliches wirtschaftliches Einsparpotenzial elektrisch von rund 133 MWh hervor. Dies entspricht einer Einsparung von CHF 25´500. Dafür sind einmalige Investitionen von CHF 14´500 notwendig.

Die wesentlichen Einsparpotenziale liegen bei:
Optimierung der Anlagen (Messen, Steuern, Regeln, Lenken): Für die Regelung und Steuerung der haustechnischen Anlagen werden unterschiedliche Systeme verwendet. Diese sind teilweise. veraltet und es sind kaum noch Ersatzteile erhältlich Ein neues Konzept zur besseren Vernetzung der Anlagen wird erarbeitet. Anschliessend kann im Rahmen der ordentlichen Budgetplanung in Etappen der Ersatz und Umbau vorgenommen werden.
Medizinal Gas, Druckluft
- Die Sauerstoffanlage soll von Flaschen auf Flüssigsauerstoff umgestellt werden. Ein Projekt dies betreffend ist bereits angelaufen.
- Optimierung der Druckluftanlage – Reduktion der Druckstufe und Optimierung der Laufzeiten.
- Aufbau einer Wärmerückgewinnung und Abgabe der Energie an das Warmwasser oder an die Luft in den Räumen des Untergeschosses.
Gastronomie: Geräte, die mindestens eine halbe Stunde ausser Betrieb sind, abschalten und die Grossverbraucher gegenseitig verriegeln (z. B. Kombisteamer und Abwaschmaschine laufen nicht gleichzeitig).
Industriemaschinen mit hoher Effizienz (Klasse A) und Motoren mit Klasse IE3 bei Neuanschaffungen berücksichtigen.
Beleuchtung: Der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch ist mit 16% relativ hoch. Es brennen zu viele Lampen und diese werden noch manuell gesteuert. Eine Automatisierung mittels Bewegungsmelder oder einer tageslichtabhängigen Steuerung ist dort, wo sinnvoll, anzustreben.
Kälteanlagen: Die Temperaturen anpassen, den Anteil der freien Kühlung erhöhen und die hydraulischen Wassermengen einstellen.
Lüftungs- und Klimaanlagen: Optimierung der Laufzeiten und Ergänzung mit verschiedenen Grenzschaltungen wie z.B. mit einer CO2 Steuerung oder automatischen Nachtauskühlung.

«Ich habe eine Prioritätenliste erstellt, wo was anzupacken ist. Die Empfehlungen der BKW-Energieberater aus der Gesamtsicht haben mir hilfreiche Inputs und eine Bestätigung meiner Vorhaben geliefert», schliesst Herr Gruber ab.

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