Moderne Wärmeschutzfenster senken die Heizkosten und verbessern das Wohnklima

Fenster ersetzen

Alte Isolierglas- und Doppelglasfenster sollten spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden, weil sie nicht mehr dicht sind und viel Energie verlieren. Noch grösser ist die Wirkung, wenn Sie gleichzeitig die Fassade isolieren.

Vor Jahren haben die Fensterbauer mit einem ersten Verbesserungsschub den Wärmeverlust halbiert: von 24 auf 12 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fenster im Jahr. Diese Wärmeschutzverglasung mit zwei Scheiben ist heute aber schon nicht mehr das Spitzenprodukt und wird nur noch mit der Note «genügend» bewertet. Denn inzwischen wurde das Fenster mit drei Scheiben erfunden, das den Energieverlust auf acht oder sogar weniger Liter senkt. Und nur noch diese modernen Wärmeschutzfensterhaben die Chance, das Minergie-Label zu erhalten.

Behaglicher und ruhiger wohnen
Noch erstaunlicher als die tieferen Heizkosten ist der Einfluss auf den Wohnkomfort. Die Wärme verteilt sich gleichmässig im ganzen Raum, weil sie nicht mehr durch Ritzen, undichte Rahmen und schlecht isolierende Gläser entweichen kann. Die Fensterscheiben fühlen sich auf der Innenseite nicht mehr so kalt an, und störende Zugluft ist kein Thema mehr. Neue Fenster verringern zudem die Belastung durch den Aussenlärm um 10 bis 15 Dezibel, was als Halbierung der Lautstärke wahrgenommen wird.

Die Glasqualität spielt eine wichtige Rolle
Die heute auf dem Markt angebotenen Verglasungen haben eine Wärmeschutzbeschichtung, die man nicht sieht, aber spürt. Sie sorgt dafür, dass Wärmestrahlen reflektiert werden und nur in einem sehr geringen Mass durch das Fenster nach draussen entweichen. Wärmeschutzfenster lassen zudem viel Sonnenenergie zur Unterstützung der Heizung herein.

Achten Sie auf einen tiefen U-Wert
Der U-Wert gibt den Wärmeverlust an und ist im Idealfall möglichst tief. Da Glas und Rahmen unterschiedliche U-Werte haben, wird in Offerten meist auch der U-Wert des ganzen Fensters genannt. 1.1 W/m2K sind ein guter und 0.9 W/m2K ein sehr guter U-Wert für das ganze Fenster. Die Buchstaben W/m2K geben dabei den Wärmeverlust in Watt pro Quadratmeter bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin zwischen Innen- und Aussentemperatur an. Oder kurz gesagt: Bei Fenstern ist 1.1 ein guter und 0.9 ein sehr guter U-Wert.

Am besten dämmen Sie gleich zeitig die Fassade
Neue Fenster sind schnell eingebaut. Die Montage dauert etwa ein bis zwei Stunden pro Fenster, dann können schon wieder die Vorhänge aufgehängt und verschobene Möbel an den alten Platz zurückgestellt werden. Aber was passiert mit der Fassade?
Auch wenn durch die Mauern pro Quadratmeter weniger Wärme verloren geht als durch die Fenster, ist die Fassade wegen der bedeutend grösseren Fläche meist die eigentliche Schwachstelle in der Gebäudehülle. Daran muss man beim Fenstereinbau denken. Denn wenn die Fenster einmal montiert sind, fehlt häufig der Platz für eine Wärmedämmung der Fensterlaibungen. Zwei bis vier Zentimeter genügen, um auch die seitlichen Mauerflächen zu dämmen und so Wärmebrücken zu verhindern. Wenn Sie Fenster und Fassade nicht gleichzeitig erneuern, empfiehlt es sich unbedingt, mit Fachleuten über die notwendigen Anschlüsse zu sprechen, bevor Sie die Fenster bestellen. Ein etwas breiterer Fensterrahmen, der Platz für die Laibungsdämmung bietet, ist oft die beste Lösung. Die Scheibe wird dadurch nicht unbedingt kleiner als bei den alten Fenstern, weil die Rahmen der Fensterflügel zumindest bei den Spitzenprodukten schmaler geworden sind. Sie verzichten also nur auf eine Vergrösserung der Fensterfläche, die bei einer ungeschützten Laibung möglich wäre.

Quelle: Energie Schweiz